Was kostet Fulfillment?
Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt ab. Nützlicher als eine Zahl ist deshalb ein Überblick darüber, aus welchen Positionen sich ein Fulfillment-Angebot zusammensetzt – und welche Angaben Sie liefern müssen, damit jemand seriös rechnen kann.
Warum niemand einen Preis nennen kann, ohne Sie zu kennen
Fulfillment ist keine Ware mit einem Listenpreis, sondern eine Dienstleistung, deren Aufwand fast vollständig von Ihren Artikeln und Ihren Aufträgen bestimmt wird. Ein Paket mit drei kleinen Teilen aus einem Fachbodenregal verursacht einen anderen Aufwand als eine Palette Langgut, die mit dem Stapler bewegt werden muss.
Wer Ihnen ohne Rückfragen einen Paketpreis nennt, hat entweder ein sehr schmales Standardangebot – oder er wird nachträglich nachverhandeln. Beides erkennen Sie an denselben Zeichen: keine Frage nach Artikelanzahl, keine Frage nach Auftragsstruktur, keine Frage nach Saisonalität.

Die sechs Positionen, die in fast jedem Angebot stehen
Unabhängig vom Anbieter setzt sich ein Fulfillment-Angebot aus denselben Bausteinen zusammen. Wenn Sie Angebote vergleichen wollen, müssen Sie diese Bausteine einzeln nebeneinanderlegen – die Summe sagt für sich genommen wenig aus.
- Wareneingang
- Annahme, Prüfung und Einlagerung Ihrer Anlieferung. Abgerechnet wird meist je Palette, je Karton oder nach Zeit. Der Aufwand hängt davon ab, wie die Ware ankommt: sortenrein auf Paletten oder gemischt im Container.
- Lagerung
- Die laufende Miete für den Platz, den Ihre Ware belegt – je Palettenstellplatz, je Fachbodenplatz oder je Quadratmeter und Monat. Hier entscheidet nicht die Menge allein, sondern die Umschlagshäufigkeit: Ware, die lange liegt, kostet lange.
- Kommissionierung
- Das Zusammenstellen der Bestellung. Üblich ist eine Grundpauschale je Auftrag plus ein Betrag je zusätzlicher Position. Deshalb ist die durchschnittliche Positionszahl je Auftrag eine der wichtigsten Zahlen überhaupt.
- Verpackung
- Kartonage, Füllmaterial, Klebeband, Etikett – und die Arbeitszeit dafür. Sonderwünsche wie Geschenkverpackung, Beilagen oder kundeneigene Kartons werden getrennt ausgewiesen.
- Versand
- Das Porto des Paket- oder Speditionsdienstleisters. Ob Sie die Konditionen Ihres Dienstleisters nutzen oder eigene einbringen, ist Verhandlungssache und macht bei hohen Mengen den größten Unterschied.
- Retouren
- Annahme, Prüfung, Wiederaufbereitung und Wiedereinlagerung. Wird meist je Retoure abgerechnet, teils gestaffelt nach Prüfaufwand. Bei Branchen mit hoher Retourenquote ist das keine Nebenposition.
Was Sie liefern müssen, damit ein Angebot belastbar wird
Je genauer diese Angaben sind, desto weniger Spielraum bleibt für spätere Nachforderungen. Wenn Sie eine Zahl noch nicht kennen, ist eine ehrliche Schätzung besser als eine Auslassung.
- Anzahl der Artikel (SKU) und wie viele davon regelmäßig bewegt werden
- Maße und Gewicht der Artikel – zumindest der größten und der kleinsten
- Aufträge pro Monat und durchschnittliche Positionen je Auftrag
- Saisonverlauf: Wie sieht der stärkste Monat gegenüber dem schwächsten aus?
- Retourenquote, falls Sie im Endkundengeschäft tätig sind
- Besonderheiten: Gefahrgut, Mindesthaltbarkeit, Seriennummern, Chargen
- Welche Systeme im Einsatz sind und welche Schnittstellen es gibt
Drei Kostenfallen, die man vorher klären sollte
Die eigentlichen Überraschungen entstehen selten bei den sechs Positionen oben, sondern an den Rändern.
- Mindestumsatz
- Viele Verträge enthalten eine monatliche Mindestmenge oder einen Mindestumsatz. In einem schwachen Monat zahlen Sie dann für Leistung, die Sie nicht abgerufen haben. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
- Kosten beim Auslagern
- Was passiert, wenn Sie den Anbieter wieder verlassen? Manche Verträge sehen für die Auslagerung Sätze vor, die deutlich über denen des Wareneingangs liegen. Das ist zulässig, sollte aber bekannt sein.
- Anbindungskosten
- Die Einrichtung einer Schnittstelle zu Ihrem Shop oder Warenwirtschaftssystem ist Projektarbeit. Ob sie im Preis enthalten ist, pauschal berechnet oder nach Aufwand, gehört ins Angebot.
Häufig gestellte Fragen
Für sehr enge Standardfälle gibt es Paketpreise, etwa für Kleinteile mit immer gleicher Verpackung. Sobald Artikel, Mengen oder Verpackungen variieren, führt eine Pauschale entweder zu einem hohen Sicherheitsaufschlag oder zu Nachverhandlungen.
Die durchschnittliche Anzahl Positionen je Auftrag – zusammen mit der Anzahl Aufträge pro Monat. Daraus ergibt sich der Kommissionieraufwand, und der ist in den meisten Fällen der größte Einzelposten nach dem Porto.
Nein. Preise, die ohne Kenntnis Ihrer Artikel und Mengen genannt werden, wären erfunden. Schildern Sie uns Ihre Ausgangslage, dann rechnen wir – ein Angebot erhalten Sie innerhalb von maximal 24 Stunden.
Und wenn Sie es abgeben möchten
- Fulfillment und Warehousing – Warenannahme, Lagerung, Kommissionierung und Versand
- Retourenmanagement und Refurbishment – Prüfung, Aufbereitung, Wiedereinlagerung
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Schildern Sie uns Ihre Ausgangslage – Artikelstruktur, Volumen, Systemumgebung. Ein Angebot erhalten Sie innerhalb von maximal 24 Stunden.